Dürnrohr

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Besuch im Kraftwerk Dürnrohr

24.03.2007, Werksbesichtigung und Ausklang beim Heurigen

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Mit Volldampf voraus!

Am 24.03.2007 wurde gemäß dem Semestermotto „Mit Volldampf voraus“ von den Bundesbrüdern der Floriana ein Ausflug in’s Tullnerfeld mit anschließendem Kraftwerksbesuch in eines der größten Steinkohlekraftwerke von Mitteleuropa unternommen.

Das Kraftwerk Dürnrohr 

Das Kraftwerk Dürnrohr erzeugt derzeit eine Leistung von ca. 800MW elektrisch mit einem Wirkungsgrad von ca. 50%. Im Zuge der Dampfproduktion werden pro Kraftwerksblock 1000 Tonnen Dampf pro Stunde mit einem Druck von ca. 230bar und 525°C Frischdampftemperatur erzeugt. Dabei kommen nur neueste Technologien aus allen Bereichen der Naturwissenschaften zum Einsatz. Im etwa 50 Meter hohen Feuerraum herrschen Temperaturen jenseits von 1200°C. Der Schmelzpunkt von Stahl liegt im Vergleich bei ca. 1490°C. Bei der Verbrennung werden pro Stunde 220 Tonnen Steinkohle auf eine Korngröße von 0,09mm gemahlen und im Anschluss verbrannt. Bei der Verbrennung entsteht eine Million m³ Rauchgas pro Stunde welches mittels komplexer chemischer Verfahren, die den letzten Stand der Technik repräsentieren zu 97% gereinigt wird.

Die Führung wurde von Bbr. Rudolf Gutscher v. Carnot geleitet, der bei der EVN AG als Kraftwerkstechniker tätig ist. Dementsprechend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit einige Bereiche zu sehen die normalerweise von Besuchern nicht in dieser Qualität betrachtet werden können.

 Nach einem kurzen Kaffeeempfang mit Begrüßungsrede und Vorstellung der EVN AG ging’s zuerst in das Infocenter des Kraftwerks, wo im Zuge einer Filmvorführung die wichtigsten Themen rund um die Kraftwerkstechnik im Zusammenhang mit fossil befeuerten Anlagen präsentiert und besprochen wurden. Im Anschluss fand eine ausgedehnte Werksbesichtigung statt welche auf dem 100m hohen Kesselhausdach des Blockes2 ihren Höhepunkt fand. Einem herrlichen Ausblick über das gesamte Tullnerfeld stand nichts im Wege, da sich nach anfänglichen Regenschauern eine überraschend klare Sicht einstellte bei der man entlang der Donau bis nach Krems blicken konnte. Zum Schluss folgte eine abschließende Diskussionsrunde rund um alle wichtigen Themenbereiche der Energietechnik wie Umweltschutz, Energiebeschaffung, Kostenvergleich, Verfügbarkeit bez. Ressourcen, Energieverteilung, Zukunftsaussichten und eine Gegenüberstellung der Vor bzw. Nachteile erneuerbarer Energieträger und deren erfolgreicher Einsatz bei der EVN AG. Abschließend ging’s dann zum Heurigen nach Langenrohr wo alle Teilnehmer den Abend gemütlich ausklingen ließen.  (Carnot)

 

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Zusammenfassung der Geschichte des KW- Dürnrohr

Das Kraftwerk wurde in der Nähe des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerkes Zwentendorf gebaut, um die bereits errichteten elektrischen Leitungen und Schaltanlagen verwenden zu können und die entstandene Lücke in der Energieversorgung zu schließen. Die Investitionskosten beliefen sich auf 13 Milliarden Schilling, die Inbetriebsetzung erfolgte 1987. Es besteht aus zwei Kraftwerksblöcken mit insgesamt ca. 750MW. Beide Blöcke werden mit polnischer und tschechischer Steinkohle betrieben. Dazu wurden Elektrofilter, eine Entschwefelungsanlage und eine Entstickungsanlage eingebaut. Das Kraftwerk kann auch mit Erdgas betrieben werden. Im Jahr 2004 wurde in unmittelbarer Nähe eine Anlage zur thermischen Abfallbehandlung gebaut, die derzeit die größte in Österreich ist. Die Umstellung dieser Anlage auf 300.000 t Hausmüll erspart jährlich ca. 50.000 t Kohle und 10 Mill. m³ Erdgas.

Funktionsskizze des Kraftwerkprozesses eines Steinkohlekraftwerks:

 

Karte zu den Kraftwerkstandorten der EVN AG in Niederösterreich:

 

Zukunfts- bzw. bereits im Bau befindliche Projekte rund um das Kraftwerk:

Die EVN plant neue Energie- und Infrastrukturprojekte im niederösterreichischen Zentralraum. Rund 180 Millionen Euro für Alternativenergie, verstärkte Fernwärmenutzung und Erweiterung der Abfallverwertungsanlage.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und EVN Vorstandssprecher Dr. Burkhard Hofer haben bereits fünf neue Energie- und Infrastrukturprojekte für den niederösterreichischen Zentralraum vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die verstärkte Nutzung erneuerbaren Rohstoffe zur Energieerzeugung, der massive Ausbau der Fernwärmeversorgung und die Erweiterung der bestehenden thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr / Zwentendorf.

Kernstück des aus fünf Einzelprojekten bestehenden Vorhabens ist die Errichtung einer Biomasse-Pyrolyseanlage, in der aus biogenen Rohstoffen hochwertiges Biogas hergestellt wird. In dieser Anlage können Stroh, Holz, Energiepflanzen und Energiekorn eingesetzt werden; rund 190.000 Tonnen Biomasse sollen pro Jahr verwertet werden. Das erzeugte Biogas wird in das benachbarte Wärmekraftwerk Dürnrohr eingespeist und dient dort zur Ökostromerzeugung. Mit der Errichtung einer Pilotanlage wird noch in diesem Jahr begonnen, im Endausbau soll die Anlage über eine thermische Leistung von 120 Megawatt verfügen. Aus dem dort gewonnen Biogas kann am Mitte 2009 im Kraftwerk Dürnrohr Strom für rund 100.000 Haushalte erzeugt werden. Die Investition beträgt insgesamt 58 Mio Euro.

Um für eine größtmögliche Akzeptanz in der Region zu sorgen, soll ein großer Teil der für die Projekte erforderlichen Biomasse auf dem umweltfreundlichen Wasserweg angeliefert werden, aber auch ein Teil der Kohle für Dürnrohr. Deshalb plant die EVN die Errichtung eines Rohrgutförderers von der Donaulände Dürnrohr bis ins Kraftwerk, der zur Reduktion des LKW-Verkehrs beitragen soll.

Ein weiteres Vorhaben im Gesamtkonzept ist die Erweiterung der Fernwärmeversorgung für den Großraum St. Pölten aus dem Kraftwerk Dürnrohr. Über eine 29 km lange Fernwärmeleitung von Dürnrohr bis St. Pölten können bis zu 200 Gigawattstunden Fernwärme pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Bis zu 20.000 Kunden könnten so mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden.

Prozessdampf aus dem Kraftwerk Dürnrohr für die Bioethanolanlage der Agrana in Pischelsdorf. Bereits fix ist auch die Versorgung der Bioethanolanlage der Agrana in Pischelsdorf mit Prozessdampf aus dem Kraftwerk Dürnrohr. Der Dampfbedarf der Agrana beträgt rund 350 GWh pro Jahr und entspricht dem Wärmebedarf von rund 30.000 Haushalten. Die Bioethanolanlage wird im Herbst 2007 ihren Betrieb aufnehmen. 

Derzeit verfügt die Müllverbrennungsanlage der AVN in Dürnrohr über eine Kapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. Durch eine letztes Jahr in Kraft getretene Verschärfung der deutschen Abfallgesetzgebung darf praktisch kein österreichischer Müll mehr in deutschen Deponien abgelagert werden. Es besteht daher ein großer Bedarf in Österreich nach zusätzlichen Verbrennungskapazitäten. Als 100% Tochter der EVN AG plant die AVN deshalb die Erweiterung der bestehenden hochmodernen Anlage um eine dritte Linie. Es soll eine zusätzliche Verbrennungsleistung von 90 Megawatt geschaffen werden. Der bei der Abfallverbrennung entstehende Dampf aus der Müllverbrennung wird im Kraftwerk Dürnrohr zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt und ersetzt dort große Mengen von Kohle und Gas. Diese Umweltinvestition beträgt rund 100 Mio Euro. Noch im Mai 2006 wird die Einreichung bei der Behörde erfolgen, der Betrieb soll noch im Winter 2008 aufgenommen werden.

Wie bereits dargestellt investiert die EVN AG in den nächsten Jahren rund 180 Millionen Euro in neue Energie- und Infrastrukturprojekte im niederösterreichischen Zentralraum. Konkret handelt es sich dabei um die fünf oben dargestellten Vorhaben, die vor allem ein Ziel haben: Die verstärkte Nutzung der Alternativenergie. Für Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und EVN-Vorstandssprecher Dr. Burkhard Hofer soll damit nicht nur dem Klimaschutz und der Nachhaltigkeit in Niederösterreich Rechnung getragen werden, sondern bei der Energieversorgung auch Sicherheit und Unabhängigkeit in den nächsten Jahren gewährleistet werden. (Carnot)

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© 2007 KÖAV Floriana St. Pölten im ÖCV  |  e-mail: fieieidiibiaiciki i[iait] filiioiriiiainiaiii.iiaiiiiti   |  Stand: 19. April 2008